Wo ist die Fachsprachprüfung am einfachsten?

Gibt es Prüfungsstandorte in Deutschland, wo die Fachsprachprüfung am einfachsten ist? Und welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen den Bundesländern?

 Fachsprachprüfung in Deutschland: Wo ist die Prüfung am einfachsten? 

Vor einigen Jahren saß ich mit einer jungen Ärztin aus Ägypten in einem kleinen Besprechungsraum. Sie war sehr gut vorbereitet, hatte monatelang gelernt und jede freie Minute genutzt, um ihre medizinischen Deutschkenntnisse zu verbessern. Trotzdem war sie nervös. Irgendwann schaute sie mich an und sagte ganz leise:

„Ich habe gehört, dass die Fachsprachprüfung in einem anderen Bundesland viel leichter ist. Vielleicht sollte ich dorthin gehen.“

Diesen Satz höre ich nicht zum ersten Mal. Im Gegenteil – fast jede Ärztin und jeder Arzt, die ich begleite, sagt irgendwann etwas ganz Ähnliches. Viele haben das Gefühl, irgendwo in Deutschland müsse es ein „einfacheres“ Bundesland geben. Ein Ort, an dem man die Prüfung ohne große Hürden bestehen kann.

Doch meine Antwort ist immer dieselbe:

„Ich kenne Menschen in jedem Bundesland, die nicht bestanden haben. Und ich kenne genauso viele, die dort erfolgreich waren.“

Es ist also nicht das Bundesland, das über Bestehen oder Nichtbestehen entscheidet. Es sind deine Sprachkenntnisse, deine Vorbereitung und dein Selbstvertrauen. Trotzdem ist diese Frage berechtigt. Denn: Die Rahmenbedingungen sind tatsächlich unterschiedlich – und sie können deinen Weg beeinflussen.

 Unterschiedliche Anzahl an Prüfungsfällen 

Ein Punkt, den viele unterschätzen, ist die Anzahl der Prüfungsfälle. Stell dir zwei Ärztinnen vor: Die eine bereitet sich in Sachsen-Anhalt vor. Dort gibt es etwa 10 Fälle, die man lernen muss. Die andere macht die Prüfung in Berlin, wo es 50 oder sogar mehr Fälle gibt.

Natürlich hat die Ärztin in Sachsen-Anhalt weniger Stoff, weniger Anamnesefragen, weniger Untersuchungen und weniger Fachwörter zu lernen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ihre Prüfung „leicht“ ist – aber sie kann sich gezielter vorbereiten.

Wer in Hannover oder Münster antritt, braucht mehr Zeit. Mehr Lernstoff. Mehr Geduld. Und oft auch eine bessere Struktur, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber denk immer daran, dass du durch eine gute Vorbereitung auch automatisch deine Sprachkenntnisse in der Medizinsprache verbesserst. 

Und das ist am Ende auch das Ziel, denn du möchtest ja eine erfolgreiche Ärztin oder ein erfolgreicher Arzt in Deutschland werden und dafür brauchst du excellente Sprachkenntnisse.

 Unterschiedliche Prüfungsteile 

In allen Bundesländern läuft die Fachsprachprüfung in den Grundzügen gleich ab: Es gibt ein Anamnesegespräch, eine schriftliche Dokumentation und ein Arzt-Arzt-Gespräch. Aber an manchen Prüfungsorten kommen zusätzliche Elemente dazu.

In Berlin oder Düsseldorf zum Beispiel müssen Laborwerte gelesen und erklärt werden. In Halle wird ein Video gezeigt, zu dem Fragen gestellt werden. In Potsdam schreiben die Kandidaten einen längeren Entlassungsbrief. Und in Rostock gehört ein 10-minütiges Aufklärungsgespräch mit einem Patienten zum Ablauf.

Das bedeutet: Je nach Bundesland musst du unterschiedliche Fertigkeiten trainieren. Aber hab keine Angst davor, denn du kannst dich auf alles sehr gut vorbereiten. Wenn du unsicher bist, ob du alles richtig machst und ob deine Kenntnisse für die FSP schon ausreichen, dann kannst du gern auch eine Simulation mit mir buchen, wo ich dir ein ausführliches Feedback gebe.

 Medizinische Fragen – und die Angst davor 

Fast alle Ärztinnen und Ärzte haben vor der Prüfung die gleiche Sorge: Was ist, wenn die Prüfer eine medizinische Frage stellen und ich die Antwort nicht weiß?

Ich erinnere mich gut an Amir. Er war ein erfahrener Internist aus Syrien, sehr kompetent, aber seine größte Angst war, dass er wegen einer medizinischen Frage scheitern könnte. Im Anamnesegespräch wirkte er sehr kompetent und ruhig, aber als er den 3. Prüfungsteil übte wurde er immer ganz hektisch, sprach zu schnell und machte dadurch viele grammatische Fehler. Seine Angst hat ihn komplett blockiert.

Aber auch wenn du deine Prüfung an einem Prüfungsstandort machst, wo viele medizinische Fragen gestellt werden, dann kannst du dich trotzdem sehr gut darauf vorbereiten, denn oft wiederholen sich die medizinischen Fragen immer wieder.
Und es gibt eine gute Methode, sich auf diese Fragen vorzubereiten.

 Prüfungsorte, wo viele medizinische Fragen gestellt werden, sind zum Beispiel München, Münster und Hannover.

 Die Wartezeit – ein oft unterschätzter Faktor 

Viele Ärztinnen und Ärzte unterschätzen, wie sehr die Wartezeit auf einen Prüfungstermin sie beeinflussen kann. Ich habe Kandidatinnen begleitet, die 9 Monate oder länger auf einen Termin warten mussten.

Diese Zeit kann sehr schwer sein: Du möchtest endlich vorankommen, deinen Beruf ausüben, dein Leben in Deutschland aufbauen. Aber du stehst gefühlt auf der Stelle. Hinzu kommt, dass es oft sehr schwer ist, einen Hospitationsplatz zu finden. Viele Ärztinnen und Ärzte arbeiten deshalb auch in Nebenjobs, die mit der Medizin nichts mehr zu tun haben, nur damit sie ihr Leben in Deutschland finanzieren können.

Und jetzt stell dir vor: Du hast 6 oder mehr Monate auf deinen Prüfungstermin gewartet und dann bestehst du die Prüfung nicht und musst weitere 6 Monate warten. Dadurch entsteht viel Frust und Enttäuschung und du musst deine beruflichen und privaten Pläne dann verschieben.
Es gibt aber auch Bundesländer, in denen man nicht so lange auf einen Prüfungstermin wartet, wie z.B. in Baden Württemberg.

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 Arbeit, Zukunft und Dialekt – was viele vergessen 

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Viele konzentrieren sich bei der Wahl des Bundeslands nur auf die Prüfung selbst. Aber das ist nur ein Teil der Entscheidung. Genauso wichtig ist die Frage: Wo möchtest du danach leben und arbeiten?

In manchen Bundesländern musst du schon eine Stelle haben, um den Antrag auf Approbation stellen zu können. Das ist aufwendiger, hilft dir aber, dich frühzeitig mit dem Arbeitsmarkt auseinanderzusetzen. In anderen Bundesländern brauchst du das nicht – dafür ist die Konkurrenz dort oft größer.

Ein weiterer Punkt, den viele erst spät bedenken, ist der Dialekt. In Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen (meinem Bundesland) oder Thüringen kann der Dialekt stark sein. Während der Prüfung sprechen Prüfer:innen meist deutlich. Aber im Alltag, auf Station, bei Visiten, beim Smalltalk mit Patienten, ist das manchmal eine echte Herausforderung. 


Mein Rat an dich ❤️


Wenn du mich fragst: „Welches Bundesland ist das einfachste?“, dann sage ich:

„Wähle nicht das einfachste Bundesland. Wähle das Bundesland, das zu deinem Leben passt.“

Stell dir dein Leben nach der Prüfung vor:

  •  Wo möchtest du arbeiten?
  •  Wo möchtest du leben?
  •  Hast du dort Familie oder Freunde?


Freunde und Familie können helfen, aber bedenke auch:
Wenn du viel in deiner Muttersprache sprichst, lernst du oft langsamer Deutsch.
Beides hat Vor- und Nachteile.


Fazit – Du kannst die Fachsprachprüfung überall schaffen


Es gibt kein Bundesland, in dem die Fachsprachprüfung automatisch leicht ist.
Aber es gibt das Bundesland, das gut zu dir passt.

Achte bei deiner Entscheidung auf:

  • Anzahl der Prüfungsfälle
  • Struktur der Prüfung
  • Wartezeit
  • Arbeitsmöglichkeiten
  • Dialekt und Umfeld


Wenn du einen guten Lernplan und Unterstützung hast, dann kannst du die Fachsprachprüfung überall schaffen.
Lade dir gern meinen Lernplan herunter, der dir hilft, dich in12 Wochen entspannt und mit Struktur vorzubereiten. Hier geht`s zum Lenrplan.